„Mehr Platz fürs Rad“ heißt es auch wieder im April am 24.04.2026. Los geht es wie gewohnt ab dem Lübbecker Marktplatz um 18:30 Uhr. Bist du mit dabei ?
„Mehr Platz fürs Rad“ heißt es auch wieder im April am 24.04.2026. Los geht es wie gewohnt ab dem Lübbecker Marktplatz um 18:30 Uhr. Bist du mit dabei ?
Die offizielle Einweihung der ersten Fahrradstraße findet am Donnerstag, den 16.04.2026, um 15:00 Uhr statt und du bist eingeladen!
Wenn du mit uns die Eröffnung der ca. sechs Kilometer langen Strecke feiern möchtest, dann sei passend um 15:00 Uhr am Spielplatz an der Kreisbahnstraße (nahe Haus Nr. 7):
Bürgermeister Philipp Knappmeyer wird eine kurze Rede zur Eröffnung halten.
Wir starten diesen Monat wieder in die Critical Mass | Rudelradeln Saison! Gleich zum Start haben wir einen Höhepunkt auf der Route, der bald offiziell eröffnet wird.
Neugierig, was wir meinen ? Einfach mitfahren und erleben. Es geht wieder am Freitag, den 27.3.2026 ab 18:30 Uhr vom Marktplatz Lübbecke los.
Dies war die Einleitung unserer Sprecherin Petra Spona zur Veranstaltung „Framing in der Verkehrsunfallberichterstattung durch Polizei und Medien“ am 05.03.2026 im Alten Amtsgericht.
Guten Abend zusammen mein Name ist Petra Spona und ich bin Sprecherin der Initiative pro Fahrrad, die sich seit 2019 für die Verbesserung der Radverkehrssituation in Lübbecke einsetzt.
Immer mal wieder, wenn wir auf unseren Treffen zusammensitzen, sind Unfallberichte aus der Zeitung Thema unserer Gespräche. Dabei ärgern wir uns oftmals darüber, wie über den Vorfall berichtet wird. Je länger wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, desto mehr wurde aber ein grundsätzliches Problem deutlich, das uns mittlerweile viel wichtiger ist: Diese Berichte sind leider aktive Beiträge dazu, die Verkehrswende zu verhindern. Das mag Ihnen momentan noch etwas weit hergeholt erscheinen, wird aber im Laufe des Abends deutlicher werden.
Jan Nordhoff, unser Hauptreferent, ist nicht der Einzige, der eine Untersuchung zur Verkehrsunfallberichterstattung durchgeführt hat, wobei Studien für Deutschland noch rar sind. Letztes Jahr ist eine Studie u.a. von Dirk von Schneidemesser erschienen, die zu dem Ergebnis kam, dass die Darstellung in der Unfallberichterstattung dazu verleite, die Schuld eher bei den ungeschützteren Verkehrsteilnehmer*innen zu sehen und den Fokus auf sie zu lenken. Das Verhalten der Pkw- und LKW-Fahrenden dagegen werde oft entschuldigend dargestellt. Dann ist z.B. mitfühlend die Rede von „schlechten Sichtverhältnissen“, nicht aber von der an diese schlechten Sichtverhältnisse nicht angepassten Fahrweise.
Aktuelles Beispiel vom 5. bzw. 6.3.2026:
Schneidemesser, der Autor der Studie, ist in seiner Sprache recht klar: „Wir leben heute mit einem Massaker, das sich aus Einzelfällen summiert“ fasst er die Lage auf den Straßen zusammen. Er spricht von „Verkehrsgewalt“, um auszudrücken, dass Verkehr durch seine Geschwindigkeiten, Energien und Gewichte ein Gewaltpotential enthält. Dieses Gewaltpotential hat lt. Statistischem Bundesamt im Jahr 2025 genau 2.814 Menschen das Leben gekostet und damit noch 2% mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten blieb 2025 im Vergleich zum Vorjahr mit 366.000 in etwa gleich, wobei immerhin die Zahl der Schwerverletzten um 4% auf 48.400 zurückging.
Im Jahr 2024 ist an der Uni Wien die Masterarbeit von Luis Nacken zur Unfallberichterstattung erschienen. Er stellt u.a. heraus, dass a) die Berichterstattung in den Lokalzeitungen in ganz Deutschland erstaunlich homogen ist und dass b) Verkehrskollisionen nicht unter der Perspektive der Öffentlichen Gesundheitsvorsorge betrachtet werden.
Uns geht es also darum, diese Verkehrsgewalt zu minimieren. Und es gäbe durchaus viele Maßnahmen, die dabei helfen würden, von Infrastrukturmaßnahmen wie der baulichen Trennung der Flächen für Rad- und Autoverkehr oder sicheren Kreuzungen über Tempolimits oder kleinere Autos bis hin zu weniger Nachsicht bei der Ahndung von rücksichtslosem und Poser-Benehmen im Straßenverkehr. Eine Maßnahme ist aber auch, die Verkehrsberichterstattung zu verändern, denn sie bestätigt immer wieder die fehlgeleitete Interpretation, dass sich Kollisionen nicht vermeiden ließen. Sie werden unter dem Titel „Unfall“ als schicksalhaftes Geschehnis, das einem nunmal widerfährt, eingeordnet.
Die Sprache spielt eine wesentliche Rolle dabei, welches Urteil wir über Kollisionen fällen, worin die Ursache des Unfalls liegt, und was wir dagegen tun können bzw. ob wir etwas zur Vermeidung tun können. Erst wenn wir als Gesellschaft das begreifen und unsere Einstellung gegenüber der täglichen Verkehrsgewalt ändern, werden wir auch konkrete Maßnahmen angehen können. Genau deshalb machen wir diese Veranstaltung.
Unseres Erachtens trägt die Art der Berichterstattung neben der traditionell autozentrierten Kultur in Deutschland mit dazu bei, dass den Todes- und Verletztenzahlen im Verkehrssektor kaum Beachtung geschenkt wird. Sie werden einfach als gegeben hingenommen. Und das ist u.E. inakzeptabel.
Wir werden gleich Herrn Nordhoff, den Leiter der Führungsstelle Direktion Verkehr der Bielefelder Polizei hören, der seine Studie vorstellen wird. Daran schließt sich ein weiterer kürzerer Informationsblock an. Herr Bensch, Pressesprecher der Kreispolizei im Mühlenkreis, wird skizzieren, wie es eigentlich von der Kollision auf der Straße zu einer Presseinformation der Polizei kommt. Anschließend werden Frau Niemeyer, die Leiterin des Lübbecker Büros des Westfalen-Blattes, und Herr Hartmann, der Leiter des Lübbecker Büros der Neuen Westfälischen erläutern, wie Kollisionsberichte in die Tagespresse kommen. Darauf folgt dann die gemeinsame Diskussion, an der alle Referent*innen teilnehmen. Außerdem kommt noch Kea Eichler, die Leiterin der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke dazu. In diesem Teil haben Sie als Publikum dann auch die Möglichkeit, sich einzubringen.
Bevor ich nun das Wort an Herrn Nordhoff übergebe, möchte ich einen letzten Hinweis loswerden: Wir wissen, dass das Thema Unfallberichterstattung bei vielen Menschen mit sowohl körperlichen als auch seelischen Verletzungen verbunden ist. Und diese Verletzungen dürfen auch in der Diskussion zum Ausdruck kommen. Wir möchten aber hier heute eine Diskussion haben, die nicht von Vorwürfen und Schuldzuschreibungen geprägt ist. Wir möchten gemeinsam Methoden und Wege diskutieren, die Berichterstattung nachhaltig zu verbessern. Das kann nur geschehen, wenn wir offen sind und das bedeutet, dass hier ein geschützter Raum sein soll, indem Vorwürfe keinen Platz haben.
Ich möchte mich vor allem bei Herrn Bensch, Frau Niemeyer und Herrn Hartmann bedanken, dass sie hier zur Verfügung stehen. Denn naturgemäß ist diese Veranstaltung und sind die Studien ja durchaus eine Kritik nicht an Ihnen direkt, aber an dem, was Menschen in ihren Funktionen praktizieren. Ich verweise nochmal auf die eingangs erwähnte Studie, die innerhalb der deutschen Lokalzeitungen keine nennenswerten Unterschiede ausgemacht hat. Wir betrachten heute also kein lokales oder regionales Phänomen, aber wir können auf lokaler und regionaler Ebene etwas daran ändern.
Links zu weiteren Artikeln zum Thema:
„Pistolenkugel streift Mann. Der Verletzte trug keine kugelsichere Weste“ – was in anderen
Bereichen skurril erscheint, ist in der Berichterstattung über Unfälle mit Personen, die zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind, üblich. Durch dieses „Framing“, also die sprachliche Einrahmung des Sachverhaltes, die spezifische Interpretationen begünstigt, entsteht oftmals eine verzerrte Wahrnehmung von Verlauf und Ursache dieser Unfälle.
Was uns schon lange ein Dorn im Auge ist, belegen neuere Studien und so lädt die Gruppe für Donnerstag, den 05.03.2026, zu einem öffentlichen Workshop zum Thema
„Framing in der Verkehrsunfallberichterstattung durch Polizei und Medien“ ein.
Dabei gestalten gleich mehrere Gäste den Abend.

Hauptreferent ist Polizeioberrat Jan Nordhoff, Leiter der Führungsstelle Direktion Verkehr der Bielefelder Polizei. Er hat sich 2023 in seiner Masterarbeit an der Deutschen Hochschule der Polizei intensiv damit befasst, welche sprachlichen Muster sich immer wieder in Presseberichten über Verkehrskollisionen zeigen und welche Folgen das hat.
Nordhoff hat in seiner Untersuchung u.a. herausgearbeitet, dass in der gängigen Berichterstattung zumeist verharmlosende und Verständnis suggerierende Interpretationen des Kollisionsgeschehens im Hinblick auf deren Verursacherinnen und Verursacher genutzt werden. Dagegen werden – wie im fiktiven Eingangsbeispiel – durch die Betonung eher nebensächlicher Aspekte der
Blick auf die Opfer mitunter unsachgemäß betont, teils bis hin zu einer dadurch entstehenden Täter-Opfer-Umkehr. Und nicht zuletzt hat das vorherrschende Framing auch
gravierende gesellschaftliche Folgen:
Indem Unfälle – obwohl rund 93 Prozent vermeidbar
wären – als schicksalhaft dargestellt werden, entfällt die Motivation, nach präventiven Maßnahmen zu suchen. Diese wären aber sowohl auf dem Feld der Verkehrserziehung als
auch der Infrastrukturverbesserung möglich und sinnvoll, um kollisionsbedingte Verletzungen und Todesfälle zu reduzieren.
In keinem Bereich werden in die
Petra Spona, Sprecherin der Initiative pro Fahrrad
Tausende gehende Todeszahlen mit so viel Achselzucken begleitet, wie im Bereich Verkehr.
Uns ist es wichtig, dass es nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen geht – im Gegenteil. Die Veranstaltung ist als Workshop konzipiert, weil es darum geht, alle zentral an der Unfallberichterstattung beteiligten Personengruppen zusammenzubringen und gemeinsam nach Wegen zur Verbesserung zu suchen. Dazu haben wir weitere Gesprächspartner*innen eingeladen.
wird erläutern, wie, wann und warum es überhaupt von Kollisionen auf der Straße zu einem Pressebericht der Polizei kommt.
werden darlegen, wie Berichte den Weg in die Tagespresse finden. Friederike Niemeyer beschreibt das Dilemma der Presse darin, dass Journalisten selbst dann, wenn sie sogar selbst am Unfallort sind,meist nicht nah genug am Geschehen seien. Stellen sich Sachverhalte dann nach einigen Tagen anders dar als es zunächst den Anschein hatte, so seien Folgeberichterstattungen
meist nur in Ausnahmen möglich. Dabei gibt es sowohl für die Polizei als auch die Presse Vorgaben für die Berichterstattung über Verkehrsgeschehnisse. Dabei gibt es sowohl für die Polizei als auch die Presse Vorgaben für die Berichterstattung über Verkehrsgeschehnisse.
In der gemeinsamen Schlussdiskussion sollen Lösungsansätze und Handlungsoptionen diskutiert und entwickelt werden, von denen Jan Nordhoff einige im Gepäck hat. Offen für Verbesserungen ist auch Polizeirätin Kea Eichler, Leiterin der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke, die sich sowohl auf den offenen Austausch freut, als auch darauf, dass dieses viel zu selten erörterte Thema nun auf der öffentlichen Tagesordnung steht.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 5. März 2026 von 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr im Großen Saal des Alten Amtsgerichts/Bürgerhaus, Gerichtsstraße 5 statt.
Für Getränke und etwas Essen ist gesorgt.
Der Eintritt ist frei.
Auch dieses Jahr wollen wir wieder zeigen, dass Radfahrende zum Verkehr gleichberechtigt dazugehören.

Seid ihr mit dabei ?!
Los geht es wie letztes Jahr um 18:30 Uhr auf dem Marktplatz in Lübbecke. Die meisten Touren dauern ca. 1 Stunde und enden am Freibadpark
Für dieses Jahr das letzte Mal, deswegen mit extra Beleuchtung! Zeigt her eure schmucken Räder!
Start ist wie immer der Marktplatz um 18:30 Uhr, Ziel ist der Freibadpark mit heißem Punsch und Plätzchen. Auf dem Weg dahin zeigen wir unsere bunt leuchtende Räder her.
Die Blätter färben sich langsam und wir starten wieder am Freitag, den 31.10. vom Marktplatz in Lübbecke um 18:30 Uhr zu unserer Runde durch die Stadt, um zu zeigen, dass wir Verkehr sind. Dieses Mal endet die Runde wieder im Freibadpark. Kommt einfach vorbei und fahrt mit!

Einen neue Webseite des ADFC macht die Unfallschwerpunkte der letzten Jahre sichtbar.

2022 bis 2024 gibt es einen deutlichen Anstieg der Unfallzahlen verglichen mit 2019-2021. Einer der Unfallschwerpunkte der letzten Jahre ist die Blase Kreuzung zusammen mit dem Niederwall und Gehlenbecker Straße.

Die Vision Zero ist nicht nur eine ambitionierte Idee, sondern eine Aufforderung an alle Beteiligten. Sie fordert uns auf, die Verkehrssicherheit radikal neu zu denken und alle technischen, rechtlichen und sozialen Möglichkeiten auszuschöpfen, um das höchste Ziel zu erreichen: Keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr.
Am 14. September sind Kommunalwahlen. Hier wird nicht nur der neue Stadtrat gewählt, sondern auch ein neuer Bürgermeister. Eine dadurch auf Lübbecke zukommende neue Politik könnte auch dem Radverkehr neuen Schwung verleihen. Um herauszufinden, wie die beiden Bürgermeisterkandidaten zum Thema Radverkehr stehen, haben wir sie zum nächsten Rudelradeln eingeladen und beide haben zugesagt.


Am Freitag, den 29. August erwarten wir also Bent-Maria Grote von der CDU und Philipp Knappmeyer von der SPD als Mitradelnde. Wir treffen uns um 18:30 Uhr am Markt und fahren von dort kreuz und quer durch die Stadt. Zielort ist der Freibadpark (bei Regen die Kneipe des Alten Amtsgerichts), wo wir bei einem Mitbringpicknick mit den beiden Kandidaten ins Gespräch kommen wollen. Wir haben als Initiative ein paar Einstiegsfragen, danach ist die Diskussion für alle frei.
Bringt bitte alle etwas Proviant mit. Wir steuern noch Getränke dazu.